Synopsis

Jesús sitzt auf einer Parkbank auf Sylt, kurz hinter Westerland, im Winter. Er hat sich eine Plastiktüte über den Kopf gezogen. Als Cem vorbeikommt und ihn anspricht, nimmt er die Tüte ab.

Cem ist Mitarbeiter beim Ordnungsamt, Abendschüler, angehender Landschaftsarchitekturstudent. Im Fernstudium natürlich, denn Cem hat die Insel noch nie verlassen und sieht auch nicht ein wozu. Er ist Teil einer gut integrierten Migrationshintergrundfamilie, sein Bruder hat ein Restaurant in Westerland, alles hat seine Ordnung. Und Jesús stört diese Ordnung. Wer Jesús ist, ist unklar. Was er sein will, auch. Stuntman? Schauspieler! (Obwohl er den Namen Schiller noch nie gehört hat). Auf jeden Fall will er Cems Freund sein. Und Cem packt irgendwann die Luftmatratze weg, auf der Jesús schläft, und legt dessen Bettdecke und Kopfkissen in sein Bett. Schnell wird klar: Das wird schwierig. Cems Freund Erol findet, dass man mit Cem nicht mehr feiern kann. Cems Bruder versteht nicht, was er von Jesús will. Cems Arbeitskollege und Vorgesetzter Rupert mag es gar nicht, dass Cem sich immer häufiger krank meldet, weil es Jesús schlecht geht. Er findet, dass Jesús ein Ernährungsproblem hat, „unter anderem.“ Denn Jesús ist sehr dünn, obwohl er augenscheinlich normal isst. Cem weiß es natürlich besser.

filmstill

In der kleinen Wohnung im Westerlander Hochhaus schließen Cem und Jesús die restliche Welt aus. Sie essen zusammen, kiffen zusammen, kotzen zusammen und schlafen zusammen. Cem will Jesús retten. Jesús will Cem. Cem, der nicht raucht, dreht für Jesús Zigaretten. Jesús treibt für Cem Sport. Sie stellen Regeln für ihre Freundschaft auf: Du sollst nicht kiffen. Du sollst nicht kotzen. Du sollst nicht lügen. Du sollst nicht sterben. Verstöße sind nur erlaubt, wenn sie gemeinsam begangen werden. Doch spätestens, als Jesús versucht, sich Cems Namen in die Haut zu ritzen, hört der Spaß auf und fängt die Angst an. Cem flüchtet aus „dem Reich der Finsternis“ (Erol). Und fängt an, wie Jesús an sich selbst zu denken.